Werkbeschreibungen - ÄGERITALORCHESTER - Das Orchester aus dem Ägerital

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Werkbeschreibungen des Jubiläumskonzerts 2012


Ägeri-Suite, Carl Rütti 1949
Carl Rütti schrieb die Ägeri-Suite im Auftrag des Orchestervereins Unteräger zum 90-Jahr-Jubiläum. Er verarbeitet darin die folkloristischen Rythmen der fasnächtlichen Nüssler, welche ihn faszinieren und er mit dem Ägerital verbindet. Das Werk entstand in der Zeit des Attentats im Zuger Parlament im September 2001. Aus diesem Grund thematisiert Rütti nicht nur die fröhliche Fasnachtsstimmung, sondern auch die schweren Zeiten des ganzen Kantons, weshalb die Nüssler-Rhythmus erst im letzten Satz auf der Trommel, ihrem orginalen Instrument, zu fasnächtlichem Tanz erscheinen. So beginnt die Suite mit der Stimmung nach dem 27. September mit einer sehr ruhigen Passacaglia.

Ein zweites Thema geistert in jedem Satz dieser Suite herum: das Wort Aegeri als musikalische Melodie. Fast alle der Buchstaben des Wortes AEGERI lassen sich in Töne umsetzen: A-E-G-E...und für RI wählte ich zwei Tonnamen aus der italienischen ursprünglichen Tonsprache: Re (=D) und mi (=E). So klingt nun das Wort Aegeri als schöne Melodie.

Im Zentrum der Suite steht ein wiegender Streicher-Tanz, der beide Themen sehr ausgeprägt zeigt: das Ägeri-Thema als Solo-Melodie und der Nüssler-Rhythmus als Mittelteil. Zudem besteht dieser Satz aus genau 90 Takten in Anspielung an die 90 Jahre Orchesterverein.


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Doppelkonzert Op. 88, Max Bruch 1838-1920
Das Konzert für Klarinette, Viola und Orchester, Opus 88, entstand 1911. Schon dank seines streng periodischen Aufbaus – die beiden Soloinstrumente alternieren wiederholt beim Vortrag eines Themas – erschliesst sich das für den ältesten Sohn, den Klarinettisten Max Felix Bruch geschriebene Doppelkonzert mit Leichtigkeit. Volksliedhafte Intonationen, Allusionen an schwedische Folklore, sind bei dem elegischen e-Moll Thema des 1. Satzes auszumachen, das nach einer rhapsodischen Einleitung zunächst von der Klarinette angestimmt wird. Darüber hinaus ist nach einem Hinweis Wilhelm Lauths (Max Bruchs Instrumentalmusik, Koln 1967) das zweite (h-Moll) Thema des 2. Satzes mit einem «Volkslied»-Thema identisch, das Bruch schon in seiner «Nordland»-Suite, der «Suite für grosses Orchester mit freier Benutzung schwedischer Volksmelodien», aufgegriffen hatte.

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Erinnerungen, Dani Häusler 1974, Uraufführung
Das Konzert «Erinnerungen» hat Dani Häusler für das 100-Jahre-Jubiläum des Ägeritalorchesters geschrieben. Darin thematisiert er seine Kindheit in Unterägeri mit den damit verbundenen Erinnerungen an ganz bestimmte Plätze im Ägerital. Der musikalische Spaziergang beginnt im «Oberdorf», führt dann zum «Schönwart-Park», weiter zum «Chrottäschtei», bevor man auf dem Höhepunkt beim «Wiissä Chrüüz» das ganze Ägerital überblicken kann.

1. Satz: Oberdorf, das beschreibt Häusler als Ausgangspunkt seines Lebens. So werden darin die Oberdörfler, die Schulen, das Restaurant Kreuz mit Ländlermusik, der Turnplatz und die zwei Kirchen mit dem damit verbunden Ägeritalorchester, dem Chor und der Orgel thematisiert.

2. Satz: Ein verwunschener Park im Wald mit einem verwitterten Tor am Eingang. Die Froschteiche, das kleine Brüggli, das Wäägli und der wilde Bach führen zu der fantasievollen und träumerischen Stimmung, welche Dani Häusler in diesem Satz, Schönwart-Park, musikalisch abhandelt.

3. Satz: Chrottäschtei, dieser war ein grosser Findling an der Strasse zum wiissä Chrüüz, in einem mythischen Wald und dort war oft der Start zur Schlittel-Chrott. Den Stein gibt es nicht mehr, da er nach dem Unwetter 2005 zerstückelt abgetragen wurde

4. Satz: Das wiissä Chrüüz bildet den Abschluss des Konzerts. Das Kreuz ist fast vom ganzen Ägerital her sichtbar. Von da aus hat man den Rundumblick auf Rossberg, Rigi, Mythen und die Alpen. Dani verbindet damit die Erinnerungen an frühjungendliche Wanderungen und verarbeitet darin die majestätisch-erhabenen Emotionen, die er dabei verspürt.



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