Archiv 2011-2003 - ÄGERITALORCHESTER - Das Orchester aus dem Ägerital

Direkt zum Seiteninhalt


Veröffentlichungen 2011-2003



Folgende Veröffentlichungen aus den Jahren 2011 bis und mit 2003 finden Sie hier:

1912 bis 2005 Orchesterverein Unterägeri


Die Orchestermusiker freuen sich über eine gute Zusammenarbeit mit den Musikschulen von Ober- und Unterägeri.


An der 99. Generalversammlung durfte der Präsident, Geni Häusler, die Aktivitäten des Jahres 2010 in Erinnerung rufen. Es waren dies die Auftritte mit dem Kirchenchor in der Pfarrkirche Oberägeri an Ostern, Patrozinium und Weihnachten.

Am 40-Jahr-Jubiläum der Musikschule Oberägeri verstärkte das Ägeritalorchester das Kinder- und Jugend-Streicherensemble unter der Leitung von Christian Hieronymi zu einem veritablen Orchester.

Es war eine Freude zu sehen, mit welcher Begeisterung die jungen Musiker musizierten. Geni Häusler konnte die gute Zusammenarbeit mit den Musikschulen Ober- und Unterägeri rühmen. Fünf noch und ehemalige Musikschüler haben in letzter Zeit das Ägeritalorchester verstärkt. Eine grosse Freude für die Mitglieder des Orchesters war die Mitgestaltung des Gottesdienstes am 10. Oktober 2010 in der Pfarrkirche Unterägeri im Rahmen der 150-Jahr-Feierlichkeiten mit dem Organisten Udo Zimmermann.


Mit grossem Applaus bedankten sich die Orchestermusiker bei ihrem Konzertmeister und musikalischen Leiter Adrian Häusler. Er versteht es, die Mitspieler mit seiner packenden Musikalität anzustecken und zu Höchstleistungen zu motivieren.
Für die 100-Jahr-Feierlichkeiten des Ägeritalorchesters im Jahr 2012 wurde eine Arbeitsgruppe gewählt.

[ Zurück ]

Profis sorgten für den Glanz


Sänger und Musiker meisterten schwierigste Parts problemlos - auch dank Unterstützung

Der Kirchenchor Oberägeri (Manuela Hager), das Ägeritalorchester (Adrian Häusler) und die Harmoniemusik Oberägeri (Ivo Huonder) luden zum traditionellen Adventskonzert. Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Kirche, als Chor und Orchester zum Oratorio de Noel von Camille Saint-Saëns ansetzten. Sänger und Musiker, brillant übergeleitet von Carl Rütti an der Orgel, zeigten sich der Grösse des Werkes gewachsen.


Der Chor wird seit Februar von Manuela Hager, ausgebildete Kirchenmusikerin und professionelle Sopranistin, geleitet. Dass sie Sängerin ist und auch stimmtechnische Anweisungen in die Proben einbringt, erklärt die Fortschritte.

"Quare fremuerunt gentes" ist der wohl schwierigste Part. Die Herausforderung wurde vom Chor und vom Orchester mit Bravour gemeistert. Verstärkt wurde der Chor durch drei junge Berufssänger. Sopranistin Marie-Thérèse Albert singt gemäss Manuela Hager trotz professioneller Gesangstechnik "unverdorben und unschuldig", was sie prädestinierte für die Rolle des Engels, der die Geburt Jesu ankündigt. Tenor Viktor Majzik meisterte die sehr schöne, aber sich in hoher Lage bewegende Arie "Domine, ego credidi" Casper Curò-Mani zeigte sein Können im "Benedictus". Die im Programm angekündigten Laiensolistinnen (Suzanne Zeder, Alt, und Irène Wiget, Mezzosopran) fielen erkältungsbedingt aus. Gabriela Bieri aus Menzingen konnte für den Mezzosopran einspringen. Den Altpart sang Tenor Majzik in Falsettstimme.

Der nicht einfache Übergang vom Chor zur Harmoniemusik wurde dadurch ermöglicht, dass Ivo Huonder den letzten Satz für die Bedürfnisse der Harmoniemusik arrangierte. Auch im zweiten Teil des Adventskonzerts konnten Solisten auf sich aufmerksam machen: Daniela Niederberger an der Oboe im "So nimm denn meine Hände" und Geri von Rickenbach im "Christmas Swing". Die Schlaginstrumente brillierten im wunder- und gehaltvollen "Song of Adoration", der den Abschluss bildete.
Bevor vor der Kirche ein offenes Singen, unterstützt vom Kirchenchor und einem Blechbläsersatz, stattfand, machte sich Gemeindeleiter Thomas Hartmann Gedanken zum Advent.

Bericht von Thomas Wyss, Neue Zuger Zeitung vom 14.12.2009

[ Zurück ]

Brauchtum soll Brücken in der Bevölkerung bauen


Die Kultur-Bar soll in Zukunft zum Mittelpunkt der dorfeigenen Vereins- und Brauchtumsanlässe werden. Dort gibt es mehr als nur Drinks.


Gemeindepräsident Pius Meier, der anstelle des von Heiserkeit geplagten Kulturchefs Heinrich Stampfli sprach, zog eine positive Bilanz der verschiedenen Anlässe. "Nicht nur die Zuzüger, sondern auch die Einheimischen haben unser vielfältiges Brauchtum bewusster wahrgenommen", sagte er im Rückblick auf ein Jahr, das die Dorfkultur explizit in den Mittelpunkt stellte.Den Ausgangspunkt bildete am 1. Januar 2008 die Vernissage einer reich bebilderten Broschüre zu den verschiedenen Bräuchen, die sich in Oberägeri seit Generationen halten. Die Zielgruppe waren vor allem die vielen Zuzüger, denen man damit "die Integration ins Dorfleben oder gar die aktive Teilnahme an der Dorfkultur" erleichtern wollte, wie es im Vorwort zur Broschüre heisst.Das Brauchtum soll so zum Brückenbauer zwischen der einheimischen Bevölkerung und den Zuzügern werden. "Brücken bauen" war auch das Thema im ökumenischen Neujahrsgottesdienst, der dem Treffen in der Maienmatt voranging.

Kultur-Bar als Treffpunkt
Der Gemeindepräsident zeigte sich zuversichtlich, dass das Brauchtumsjahr "eine nachhaltige Entwicklung" entfalten konnte. Die traditionellen Anlässe, wie zum Beispiel das Chlauseslen, will man stärken und neue dazunehmen. Im Vordergrund stehen dabei der Neujahrsapéro und die auf Anhieb erfolgreiche Börse für Fasnachtskleider.
Die Kulturkommission prüft, inwiefern bestehende Brauchtumsanlässe attraktiver gestaltet und so mehr Leute aktiv eingebunden werden können.


Eine wichtige Funktion soll dabei die Kultur-Bar übernehmen. Sie will mehr sein als ein mobiler Getränkestand, wie Klaus Bilang, Medienbeauftragter der Gemeinde, sagte. "Hier gibt es Informationen, und es kommt zu persönlichen Begegnungen und neuen Kontakten."Ob es sich dabei um tiefgründige Gespräche oder unverbindlichen Smalltalk handle, sei unerheblich. In diesem Sinne wurde die Kultur-Bar am Neujahrstag offiziell der Bevölkerung und damit den Vereinen und Organisationen, welche für die einzelnen Anlässe zuständig sind, übergeben.
Das Geschehen im Brauchtumsjahr wurde auf einer CD fotografisch festgehalten. Das Ägeritalorchester, das den Neujahrsapéro musikalisch umrahmte, gab ihm eine gediegene Note, und der Cateringservice vom Restaurant Ochsen setzte das kulinarische i-Pünktchen. Nur die Kultur-Bar, um die es eigentlich ging, musste sich für diesmal mit einer Statistenrolle begnügen.

Weitere Bilder zu diesem Anlass finden Sie auch in unserer Photogalerie.

Bericht von Hansruedi Hürlimann, Neue Zuger Zeitung vom 03.01.2009

[ Zurück ]

Es tut sich was


Das Ägeritalorchester darf mit Genugtuung auf einen aktiven Sommer zurückblicken.

Patrozinium in Oberägeri

Anlässlich des Festes Peter und Paul weilte ein hoher Gast in Oberägeri. Am Sonntag, 2. Juli 2006 feierte Bischof Kurt Koch zusammen mit der Kirchgemeinde Oberägeri das Patrozinium. Der Kirchenchor Oberägeri und das Ägeritalorchester bereicherten dabei den Gottesdienst mit der Missa in G von Franz Schubert. Beim anschliessenden Apéro unter strahlend blauem Himmel hatte die Bevölkerung die Gelegenheit, unserem Bischof im Gespräch näher zu begegnen.


Konzertreise nach Brissago

Am Wochenende vom 26. / 27. August 2006 reisten das Ägeritalorchester und der Kirchenchor Oberägeri an den Lago Maggiore im Tessin. Bereits am frühen Samstagmorgen machten wir uns auf den Weg nach Locarno. Dort bezogen wir unsere Hotelzimmer und begaben uns nach einer ausgiebigen Mittagspause nach Brissago. In der Kirche Maria di Ponte probten wir ein letztes Mal für das Konzert vom Samstagabend. Kurz nach 20.00 Uhr kamen die ersten Konzertbesucher und so nach und nach füllten sich die Reihen. Zur Aufführung gelangten der 1. Satz aus dem Orchester-Quartett Op. 4 von Carl Stamitz, das Concerto No 6 für Violine, Streichorchester und Basso continuo, die Missa in G von Franz Schubert und das Halleluja von Georg Friedrich Händel. Adrian Häusler, unser Konzertmeister führte das Orchester vom ersten Pult und meisterte das Violinsolo bravourös. Die letzten beiden Werke gelangten zusammen mit dem Chor zur Aufführung, dies unter der Leitung von Kurt Ernst. Als Solistin trat dabei Frau Verena Walter auf. Zum Schluss durften wir einen begeisterten Applaus entgegen nehmen. Am Sonntag genossen wir in entspannter Atmosphäre die Sonne, wohlwissend, dass es "ennet dem Gotthard" regnete.


Bilder zu diesem Konzert finden Sie in unserer Photogalerie
.

Jahreskonzert 2006

Höhepunkt dieses Sommers war bestimmt das Jahreskonzert unter dem Motto "Classic meets Pop" vom 2. September 2006 in der Aula Maienmatt in Oberägeri. Unter der bestens bewährten Leitung von Marco Müller führten wir im ersten Teil das Concerto No 6 für Violine, Streichorchester und Basso continuo und die Nussknacker-Suite von P. I. Tschaikowsky auf. Wiederum bot Adrian Häusler den Solopart meisterhaft dar. Im zweiten Teil wechselten wir dann in den Bereich Pop.
Melodien wie "Ich gehör nur mir", "Somewhere over the rainbow", "Heal the world", "I will always love you" und "MacArthur Park" begeisterten die Zuhörerinnen und Zuhörer. Jasmin Schmid überzeugte dabei in ihren Solopartien mit wunderbarer, einfühlsamer Stimme. Unser Publikum bedankte sich mit einem begeisterten Applaus und wollte auch eine Zugabe hören. Dies wird uns Ansporn sein, im nächsten Jahr wieder ein abwechslungsreiches Konzert in Angriff zu nehmen.


Bilder zu diesem Konzert finden Sie in unserer Photogalerie.


Orchesterdirektion

Zweimal während des Sommers nahm unser Dirigent Marco Müller an einem Dirigentenwettbewerb teil. In Wien schaffte er es unter über 80 illustren Bewerbern auf den 4. Platz. Beim schweizerischen Wettbewerb für Blasmusikdirigenten belegte er ebenfalls den 4. Platz. Zu diesen Erfolgen gratuliert ihm das Ägeritalorchester ganz herzlich.


Bericht von Margit Meier, Ägeritaler IV / 2OO6

[ Zurück ]

Adventskonzert 2005


Das Gemeinschaftskonzert in der Kirche verband Besinnliches mit Groovigem. Ein Kontrast, der gefiel.

Das Adventskonzert in der Pfarrkirche Oberägeri hat Tradition. Die gemeinsame Einstimmung auf Weihnachten lockt wohl manchen «Ausland-Ägeren» zurück, um daran teilzunehmen. Die Pfarrkirche Oberägeri war am Sonntag abend jedenfalls zum Bersten voll. Dicht drängten sich die Zuhörer auf den Bänken zusammen, um das Gemeinschaftskonzert des Kirchenchors Oberägeri, der Harmoniemusik Oberägeri und des Ägeritalorchesters zu geniessen.


Spektakulärer Beginn

Sie wurden nicht enttäuscht. Spektakulär begann das Konzert: Aus allen vier Ecken der Kirche tönten die Stimmen der Kirchenchormitglieder, die Frauen standen links und rechts von der Tür, die Männer links und rechts vom Altar.
Im Kanon sangen sie «Ehre sei Gott in der Höhe». Chorleiter Kurt Ernst stand in der Mitte der Kirche und dirigierte über die Köpfe der Zuhörer hinweg schwungvoll nach allen Seiten. Im Altarbereich sassen das Ägeritalorchester und die Harmoniemusik Oberägeri schon bereit. Es folgten zwei Bachkantaten, mit langen Zwischenspielen des kürzlich mit dem Zuger Anerkennungspreis ausgezeichneten Komponisten Carl Rütti an der Orgel. Kaum war Bach zu Ende, hetzte der Organist aus der Empore nach unten an das Continuo: Die Messe in C von Franz Xaver Richter begann. Das Solo im Benedictus sang die Sopranistin Verena Walter. Chor und Orchester ernteten damit grossen Beifall.


Der Traum eines jeden Pfarrers

Dann die Wende: Die Harmoniemusik, bisher noch nicht zum Einsatz gekommen, legte unter der Leitung ihres Dirigenten Ivo Huonder los. Statt mit besinnlicher Weihnachtsmusik berieselt zu werden, fuhr den Zuhörern der Swing und Jazz in die Knochen. Niemand störte sich daran, im Gegenteil: Einige spendeten den jungen «Wilden» sogar stehend Applaus. Nach Werken wie «Stop the Cavalry», «The swan on the hill» und einem ausgezeichneten Euphoniumsolo von Tobias Iten in «La Novla» ging es ans gemeinsame Weihnachtsliedersingen.
Doch zunächst meldete sich der Pfarrer zu Wort. «Es ist der Traum eines jeden Pfarrers, vor so viele Kirchenbesucher zu treten», sagte Willi Hofstetter erfreut. Das jährliche Adventskonzert in seiner Kirche sei ein Dankeschön an seine Gemeinde, verkündete er und mahnte zu Verbundenheit, gegenseitiger Unterstützung und Hilfe. Selten werde der Gemeinschaftsgeist so deutlich wie in der Adventszeit, wenn hunderte von Menschen zusammen Weihnachtslieder singen.


Bericht von Flavia Rivola, Neue Zuger Zeitung vom 14.12.2005

[ Zurück ]

Sommerkonzert 2004


vom Samstag, 12. Juni. 2004 in der Maienmatt Oberägeri


Gemeinschaftskonzert mit dem Kirchenchor Oberägeri
Solistin: Danieal Eaton

Schon etliche Male traten die beiden Vereine zusammen auf. So auch am Samstagabend, wo leichte Klassik-Evergreens auf dem Programm standen. Georges Bizets «Habanera» aus «Carmen», Franz Schuberts «Zwischenaktsmusik Nr. 1» aus «Rosamunde» oder ein Musical-Querschnitt aus «My Fair Lady» waren zu hören.


Unter der Leitung von Christoph Müller konnten die Anwesenden ein ausdruckstarkes, leichts uns sehr professionelles Konzert geniessen. Von Anfang an verstanden es die beiden Vereine, die Zuschauer mit ihren Klängen in den Bann zu ziehen.



Die gesungenen Soli der Berufsmusikerin Daniela Eaton umrandeten den ganzen Auftritt gekonnt und setzten das Pünktchen auf dem i. Verdient war auch der meist lang anhaltende Applaus und die vielen Lobesworte «Man könnte meinen, dass man eine Klassik-CD am Hören sei. Einfach unglaublich, wie perfekt und harmonisch die spielen und singen. Und die Soli von Daniela Eaton - einfach phänomenal», äusserte sich die begesiterte Besucherin Evelyne Meier.


Bericht von Giulia Thomassen, Zuger Presse vom 14.06.2004

[ Zurück ]

Jahreskonzert 2003


vom Samstag, 2. Nov. 2003 in Marienkirche Unterägeri


Solist: Mark Reding, Klarinette

Mittag. Gedankenversunken. Farbschachen in Entlebuch. Wenn nur die Hinfahrt nicht wäre! Trotzdem ich fahre. Sie spielen Fussball und verlieren. lch verliere mit unserer 1. Mannschaft. Traurigkeit zieht wie der Nebel im Farbschachen in die Seele. Heimfahrt. Mozart!Wie der Name klingt! Er bürgt für Leichtigkeit in der Schwere. Tänze. Sätze, Sinfonien. Trotz allem schweifen meine Gedanken noch immer um den Ball, der uns das Leben schwer macht. Enttäuschungen zu ertragen gelingt nicht immer. Aber Mozart winkt. Aus dem Parkverbot beim Coop (auch das noch!) marschiere ich in nebliger Stimmung der Kirche zu, den Kopf gesenkt, voller Erwartung. Eine Wand - eine volle Kirche - vorne angespannte Musikerinnen und Musiker, tuschelnd. suchende Blicke. Spannung.

Der Dirigent nimmt seinen Platz ein, unheimliche Stille und - eigenartige Nebelschwaden von Tönen füllen den Raum, einmal leicht beschwingt, dann wieder gemessenen Schrittes - immer einförmig, bestimmt, beruhigend und doch aufwühlend. lch fühle mich zurückversetzt in die Zeiten des Adels, weil alles von der Form bestimmt wird, von der Norm. Sie gibt mich mir zurück, stellt alles Unwesentliche in den Hintergrund und lässt mich schwelgen. lch sehe die Tänzerinnen in Reih und Glied, ihre Pirouetten, den sanften Aufprall ihrer kleinen Füsse, feenhafter Zauber, ein Zusammenspiel von höchster Konzentration, Raum und Zeit. lch vergesse mich. Der letzte Takt ist ein Erwachen. Der Traum einer gleichmässig verlaufenen Welt ist ausgeträumt - Gott sei Dank. lch bin hellwach und schon kritisch, bin froh, jetzt zu leben und nicht damals.

Bereits zerreissen zarte und warme Töne die Nebelfetzen, Mark Reding entlockt seiner Klarinette die Geheimnisse eines guten Tons. Wunderbar, man versinkt in den Flausch der Geborgenheit, um plötzlich wieder durch einen schrillen Lauf in eine andere Welt geschickt zu werden. Virtuos, klangvoll, stilsicher. Bewegend, was uns hier umzingelt. Keiner mag sich wehren. Der Fluss der Töne reisst mit und bewegt. lch bin mittendrin und erwache ganz unsanft. Ein Wasserfall voll Beifall. Zufriedenheit prägt den Raum. Die Suche nach Wärme hat ein Ende gefunden. Es bleibt das Staunen über das Können eines begabten Klarinettisten.

Bläser treten auf. Erinnerungen werden wach - Blechmusik, Geburts- und Feiertage, Freud und Leid, Konzerte und Marschmusik - Dorfleben, Gemeinschaft. Mozart steht auf dem Plan. Freiheit, Revolution und Ehre, Arbeitskraft und Freizügigkeit umfangen mich. Magische Worte und Beschwörung. Davon die «Pariser Sinfonie». Sinfonie Nr. 31 , D-Dur, KV 297 . Wie kann man mit solch trockener Bezeichnung Musik benennen?

Das Orchester brennt. Das Horn ruft. die Flöte klagt, die Pauke treibt - das bunte Leben wird Gegenwart. Welche Faszination diese Stadt auslöst! Kuschelnde Melodien begleiten Spazierende, kantige Einsätze wecken Liebende, ein Paar wiegt sich im Takte und zieht weg in die Sphären der Begierde und der Erfüllung. Dort ein Maler, der Farben mischt, hier ein Literat mit stockendem Stift - das Leben ist eingezogen. Welch ein Gegensatz zum Gleichklang am Anfang des Konzertes - hier lässt sich leben, hier lässt sich ruhen. Ganz langsam schwinden die Sinne - sie fliegen hinauf - irgendwohin - einfach nach Hause. Paris erfüllt uns ganz, macht uns glücklich. Nicht alles geschieht ungestört, aber da drin ist Leben, Erfüllung und Freude. Die Kutschen der Zweisamkeit sind angespannt - da ertönt abermals Applaus! Wir sind in der Marienkirche von Unterägeri. Aber wie sind wir? Ganz verwandelt - im Innern gelöst und getragen von einem herrlichen musikalischen Genuss. Entlebuch ist vergessen. Wir sind an der «alten Landstrasse» - geläutert und zufrieden.

Junge und ältere Musikerinnen und Musiker haben unter der klugen und sicheren Leitung von Herrn Christoph Müller
uns entführt - nicht aus dem Serail, sondern zu uns selbst. Übrigens: herzlichen Dank für diese beherzte und erfüllende Aufführung. Wir warten auf die Fortsetzung solcher Momente.


Bericht von Peter Lüthti, Ägeritaler IV / 2OO3

[ Zurück ]

Zurück zum Seiteninhalt